Einen Wartburg zu fahren ist schon was besonderes.
Man kann sagen :der Weg ist das Ziel, auf das fahren
ansich kommt es an und der Grund, von A nach B zu
fahren tritt dabei gewissermaßen in den Hintergrund....
Man fühlt sich hinterm Steuer richtig wie der BMSR-
Techniker persönlich....ständig die Betriebszustände
kontrollieren ....am "Schaltpult". Und es macht mächtig
gewaltig viel Spaß. Als ich meinen 1.Tourist hatte,war
ich stolz wie Oskar (brauner Tourist). Dieser war sogar
mal in einer Filmrequisite integriert: "Liebesau", Mehr-
teiler von der DDR-Zeit , auf dem ZDF,ca.2002. Auf den
vorderen Türen waren beim Kauf sogar noch die Folien
mit der Aufschrift LPG "EINHEIT" LIEBESAU vorhanden,
hab ich später aber entfernt, war nämlich doch etwas
gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich reinsetzt, fühlt
man sich "wie bei Oma" im alten Ohrensessel mit
Federn.Egal ob es die alten Sitze ohne Kopfstützen
waren oder die neueren mit. Mir persönlich haben
aber die alten besser gefallen, besonders optisch.
Sieht gut aus, wenn die Rückenlehnen bündig mit
den Fensterunterkanten stehen...Es gab ja früher
meistens die Lenkradschaltung sowie ca. ab
1972 die optional angebotene Knüppelschaltung.
Die Vorteile der Lenkradschaltung (meine Meinung)
überwiegen gegenüber der Knüppelsch.
- sie ist ergonomisch günstiger
- kein Ölverlust,weil Schaltbetätigung von oben und
nicht unten
-Es können keine Schaltungsteile unterhalb des
Fahrzeugunterbodens durch falsch abgeschätzte
Hindernisse"demoliert" werden
-läßt sich ohne zweite Person schnell u. einfach
einstellen
-keine chemischen Einflüsse an der Schalt-
übertragung
-im Fußraum viieel Platz
Ich weiß noch wie ich bei der Knüppelsch. meinen
Arm lang machen mußte, um die Gänge zuschalten...
Einstellen kann man da auch nicht viel...Jedenfalls
nicht unter dem Aspekt der Ergonomie sondern nur
um allgemein eine gute Schaltbarkeit des Getriebe zu
gewährleisten. Ganz wichtig ist auch, das die Schalt-
übertragung bei der Lenkradsch. straffer ist und der
Schalthebel schön unter Druck in der Vorwähl-
stellung /Schaltgasse 3/4 (Ausgangsstellung) zur
Anlage kommt. In der Lenksäule sitzt eine Feder, die
diese Schaltgasse reindrückt, und bei der Knüppelsch.
geschieht das Anhand der Schwerkraft (gekröpfte
Schaltstange). Ist dann aber stark von einer etwas
aufwändigen Einstellung abhängig...
Zusammenfassend kann man sagen: der Knüppel-
schaltung kann man vorwiegend die optischen Vorzüge
zu Gute halten . Sie war halt auch damals ein Zu-
geständnis an den (abnehmenden) Export in die Nicht-
sozialistischen Wirtschaftsgebiete - Die für die not-
wendigen Devisen notwendig waren -KLAR!
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