Impressionen 2...
Fahreindrucke:
Wie gesagt der Wartburg ist kein normales Auto. Man fährt nicht einfach so von A nach B . Dem Fahrer wird allgemein mehr abgefordert. Das fängt schon täglich vor der Fahrt an:Am besten zur Kontrolle einmal ums Auto
gehen und schauen ob was verdächtiges anliegt. Dann kontrolliere ich während der Fahrt ständig die Kühltemperatur,auf die es bei den Mittelkühlern besonders ankommt und den Kraftstoffvorrat. Ganz wichtig ist auch Entfernungen in Litern gedanklich "umzurechnen" damit man rechtzeitig weiß, um noch vor der Fahrt nochmal zu Tanken.
Gemischzapfsäulen sind ja mittlererweise sehr selten geworden. Und da ich immer vormischen muß (im 20LKanister), kann man eben nicht mal so ganz spontan wohin fahren. Ich muß halt insgesamt (auch ohne das
eigentliche Fahren) vorausschauender handeln. Einen echten Warti-und Technik-Fan läßt das aber eher kalt.
Was das Fahren ansich angeht,muß ich gestehen, das ich die ersten Kilometer sehr unsicher war. Am ersten Tag
fuhr ich nicht viel schneller als Tempo 70 und war eher ein Hinderniss für die anderen.. Das Fahrgestell ist halt von Natur aus schwammiger als bei einem neuzeitlichen PKW. Besonders bei Nässe und Glätte ist Vorsicht geboten: höhere Geschwindigkeiten (insbesondere in Kurven) in Kombination mit der Hochbeinigkeit des Wagens + der positive Radsturz+ dieSpurweite , die ungefähr dem Radstand eines Fahrrades entspricht können
gefährlich werden....dann hauts einen halt raus! Beim Ein-u.Ausparken bzw. Schrittgeschwindigkeit sind höhere
Lenkkräfte erforderlich, läßt mich auch kalt. Man muß auch mit höheren Betätigungskräften der Betriebsbremse
rechnen - wichtig! > Hinterachse neigt zum Blockieren!
>besonders kurz nach Fahrtantritt (kalte Bremsbacken)!
Was mich bisher meistens am Wartburg gestört hat, waren aber die oft beschlagenen Scheiben bei feuchter
Witterung und von innen angefrorene Scheiben. Das Heizgebläse und die kleinen Luftduschen bringen wirklich nicht viel... Also in dieser Beziehung bekommt der Warti von mir einen klaren Minuspunkt.
Bei zugefrorenen Scheiben kommt man sich vor wie der Lokführer persönlich, man schaut vom Fenster aus auf die Straße.
Natürlich ist es möglich (riskant) in einem solchen Fall das Thermostat mehr in Richtung "später öffnen"
einzustellen, aber halt nur für den Winter , sonst droht mindestens eine durchgebrannte Kopfdichtung.
In diesem Zusammenhang möchte ich die beheizbare Heckscheibe erwähnen, die ist wahrlich Gold wert
und das sollte man insbesondere beim Autokauf beachten.
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